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Mobility Trends 2008

Mobile Lösungen erobern den Mittelstand. INSET Titelgeschichte im Fachmagazin Monitor (Ausgabe 04/08).

Mobility Trends 2008

MONITOR Online | www.monitor.co.at – 04/2008

http://www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/9810

Mobile Lösungen erobern den Mittelstand

Mobile Business ist nicht länger ein elitäres Konzept für die Führungsetagen internationaler Großkonzerne. Immer mehr Klein- und Mittelbetriebe (KMUs) entdecken die Möglichkeiten durch mobile Lösungen die Produktivität zu steigern, die Effizienz der Prozesse zu optimieren und die Flexibilität der Mitarbeiter zu erhöhen.

Georg Lankmayr

Zwei Trends können als Hauptgründe genannt werden, die in dem kommenden Jahren die Nutzung von mobilen Business-Lösungen vervielfachen werden: In dienstleistungsnahen Branchen sind es vor allem die „Wissensarbeiter“, die vom Arbeitgeber immer öfters mobile Office-Lösungen fordern, um E-Mails, Termine und Kontakte jederzeit griffbereit zu haben oder auch von zu Hause auf das Firmennetzwerk via Notebook und Datenkarte zugreifen zu können. In vertriebs- und servicenahen Branchen sind es Außendienstmitarbeiter, die durch spezielle Business Process-Lösungen profitieren können, um beispielsweise Zeiten und Leistungen zu erfassen oder Kundendaten zu bearbeiten. INSET präsentiert die wichtigsten Zielgruppen, Einsatzszenarien und Verbesserungspotentiale für österreichische KMUs.

„Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der Unternehmenslandschaft und haben damit wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaftsstruktur. Dies gilt für die gesamte Europäische Union und im Besonderen für Österreich.“ Dieses Statement der Wirtschaftskammer Österreich über die Situation der Klein- und Mittelbetrieben in Österreich trifft den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Österreichs Wirtschaft ist fest in der Hand kleiner und mittlerer Unternehmen. Von den in Österreich rund 307.000 tätigen Unternehmen zählen 99,7% zu der großen Gruppe der KMU. Zudem sind Österreichs Klein- und Mittelbetriebe mit 1.3 Mio. Beschäftigten und einem prozentuellen Anteil von rund 61% Arbeitgeber Nummer 1.

Je größer die Zahl der Unternehmen, die eine Gruppe umfasst, desto heterogener ist ihre Zusammensetzung. Unter diesem Gesichtspunkt ist es daher nur wenig verwunderlich, dass die betriebswirtschaftliche Lage der KMU stark polarisiert ist. Während etwa 15% der Unternehmen sowohl über hohe Attraktivität als auch über ausreichende Ressourcen verfügt, kämpfen 22% der österreichischen Klein- und Mittelbetriebe ums Überleben.

Mobile Lösungen erobern neue Ebenen im Unternehmen

Unter steigendem Wettbewerbsdruck setzen immer mehr Kleinst- und Kleinunternehmen sowie Unternehmen des Mittelstandes auf innovative mobile Lösungen. Der Mythos von Mobile Business als elitäres Konzept für Global-Player und nationale Großkonzerne wird in den kommenden Jahren begraben werden, wenn der Großteil der österreichischen KMUs den erhöhten Mobilitätsbedürfnissen des Alltags mit der zielsicheren Nutzung von Optimierungspotentialen durch vielfältige mobile Lösungen begegnet. Auch die Anwendergruppen mobiler Lösungen haben sich über die letzten Jahre stark gewandelt. Wie beistehende Grafik am Beispiel von BlackBerry zeigt, sind mobile Lösungen heute kein reines Privileg des Top-Managements mehr. Zu groß ist das Potential, dass durch Tools wie mobile Zeit- und Leistungserfassung oder mobiles CRM ungenützt bliebe, würde technischer oder kaufmännische Außendienst oder die Sach-/Facharbeiterebene nicht auch von den Vorteilen mobiler Lösungen profitieren und damit ein unternehmensweiter Einsatz gerechtfertigt werden.

Abbau von Einstiegsbarrieren

Gerade hohe Anfangskosten und limitierte Unternehmensressourcen stellen für Klein- und Mittelbetriebe häufig die größten Barrieren für den Einstieg in die mobile Arbeitswelt dar. Doch die Angebotspalette von mobilen Lösungen für den Mittelstand wird immer breiter. Eine immer größere Anzahl an Softwarespezialisten bieten mittlerweile Lösungen für diese Zielgruppe an. Am stärksten ist die Nachfrage für Angebote, bei denen Lizenzen auf Monatsbasis und abhängig vom Funktionalitätsumfang sowie der Anzahl der User verrechnet werden. Bereits ab 20 Euro pro Monat und User sind solche Lösungen zu haben. Inkludiert ist hierbei in der Regel auch bereits das Hosting der Daten auf externen Servern. Das heißt diese Lösungen können auch von Unternehmen ohne eigene Softwareapplikationen über die mobilen Endgeräte genutzt werden. Entscheidend bei der Wahl eines Anbieters sind die Benutzerfreundlichkeit der Anwendung sowie die Erweiterbarkeit der Lösung für Ausbaustufen.

Hinzu kommen die Kosten für die Datenübertragung, die im internationalen Vergleich in Österreich bereits auf ein generell sehr tiefes Niveau gefallen sind. Doch Unternehmen sind gut beraten sich nicht voreilig für das günstigste Angebot zu entscheiden. Entscheidend bei der Auswahl eines Mobilfunkpartners ist die Qualität des Gesamtpaketes bestehend aus Netzabdeckungsgrad, Lösungsvielfalt, Tarif sowie Beratungs- und Servicequalität.

Innovative Branchenlösungen

Einsatzszenarien für mobile Lösungen lassen sich beinahe in jeder Branche finden. Das Potential reicht jedoch weit über die Nutzung Mobile E-Mail hinaus. Einzelne Klein- und Mittelunternehmen haben den Schritt gewagt und definieren sich über den Einsatz spezieller mobiler Branchenlösungen – Mobile Business heißt der neue Erfolgsfaktor. Vor allem in jenen Branchen, in denen strukturell bedingt der Mittelstand besonders stark ausgeprägt ist, trifft dies besonders zu.

In der Bauwirtschaft etwa, in der rund 75% der Erlöse von Klein- und Mittelbetrieben erwirtschaftet werden, erfreuen sich mobile Lösungen zunehmender Beliebtheit. Schließlich gehen einzelne Unternehmen mit gutem Beispiel voran und setzen branchenintern neue Maßstäbe, indem sie durch die Anwendung mobiler Lösungen Wettbewerbsvorteile erzielen. Bauunternehmer können durch den Einsatz von mobilen Lösungen eine höhere Arbeitsproduktivität, geringere Verwaltungskosten und ein effektiveres Projektmanagement erzielen. Durch den Einsatz von Notebook und Datenkarten können auf Kleinbaustellen vor Ort beispielsweise Pläne ebenso zügig weiterverarbeitet werden wie Kundenanfragen oder Materialbestellungen. Der Einsatz von Mobile E-Mail und mobilem Terminkalender unterstützt Bauleiter bei der Koordination des Tagesgeschäftes.

Der Dachdeckerbetrieb und Baustoffhändler Schmiedl Dach GmbH, ein Kunde des Marktführers A1, verzeichnet beispielsweise durch den Einsatz von BlackBerry bei der Verhandlung von Einkaufskonditionen finanzielle Erfolge. Durch die tägliche Anpassung von Roh- und Baustoffpreise sind aktuelle Daten zwischen Geschäftsterminen nur mit mobilen Lösungen abfragbar. Neben einer Optimierung der Einkaufskonditionen konnte man bei der Schmiedl Dach GmbH auch interne Entscheidungsprozesse beschleunigen und die Arbeitsproduktivität steigern.

Ein weiteres Vorzeigebeispiel ist die ConCura Überleitungs-, Pflege-, & Versorgungsmanagement GmbH, die als Schnittstelle zwischen Patienten und Vertragspartnern im Gesundheitswesen sowohl das Entlassungsmanagement als auch die Patientenversorgung unter Einsatz von mobilem Breitband und BlackBerry von A1 organisiert. Direkt vor Ort erfasst das Außendienstpersonal die persönlichen Daten, Heilbehelfsbedarf, Dienstleistungsbedarf, Wohnsituation und Krankheitsinformationen des Patienten. Diese Informationen sind jederzeit und überall abfragbar, sodass sofort mit der Organisation der Heilbehelfe, der Heimhilfe oder mit der Bestellung von Essen auf Rädern begonnen werden kann. Ein weiteres Element dieser Branchenlösung ist die mobile Patientenversorgung. Um schnelle und effektive Hilfe leisten zu können, werden zeitkritische Anfragen von Patienten oder Angehörigen mit der E-Mail-Push-Funktion direkt an das mobile Endgerät des zuständigen Außendienstmitarbeiters bzw. der zuständigen Außendienstmitarbeiterin gesendet.

Ein ebenso innovatives wie erfolgreiches Einsatzbeispiel findet sich in der Medienbranche. Dort ist Aktualität das Um und Auf. Wenn man sich als Privatradiosender einen Namen machen möchte, muss man stets im Bilde über die neuesten Ereignisse und Trends sein. Daher sind die Redakteure der Life Radio GmbH & Co KG allesamt mit mobilem Breitband ausgestattet, um Audioinhalte mit in Notebooks integrierten Aufnahmegeräten aufnehmen und sogleich zur Bearbeitung weiterleiten zu können. Auch das Potential mobiler CRM-Lösungen hat man hier bereits erkannt. Wird der Außendienst mit mobilen Lösungen zur Auftragserfassung ausgestattet, kann man sich allein im Bereich der Administration Einsparungen in Höhe von bis zu 25% erwarten.

An solchen Beispielen zeigt sich, dass sich mobile Lösungen zur Optimierung von Geschäftsprozessen auch dann eignen, wenn die Anwender nicht Mitglieder der Geschäftsführung sind. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch weiter fortsetzen, wenn die österreichischen KMUs ihre Mitarbeiter auf mittlerer und unterer Ebene zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit mobilen Bürolösungen und speziellen mobilen Prozesslösungen ausstatten.

Die Vision einer mobilen Wirtschaftswelt wird zur Realität

Der Europäische Rat von Lissabon hat für die Europäische Union im März 2000 das strategisches Ziel für das nächste Jahrzehnt gesetzt: der wettbewerbsfähigste und dynamischste wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt zu werden, fähig zu nachhaltigem wirtschaftlichem Wachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und größerem sozialen Zusammenhalt. Die Strategie wurde entworfen, um die Union zu befähigen, die Bedingungen für Vollbeschäftigung und verstärkten Zusammenhalt bis 2010 herzustellen. Dieses Ziel kann nur dann erreicht werden, wenn klein- und mittelständische Betriebe in Europa ihre Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter der Globalisierung erhöhen.

Mobile Business stellt eine Schlüsseltechnologie dar, um vor allem bei mittelständischen Betrieben eine höhere Produktivität zu schaffen und die Innovationszyklen zu beschleunigen. Die genannten Vorreiterbeispiele zeigen, dass der österreichische Mittelstand diese Chancen bereits nutzt. Seien Sie daher nicht erstaunt, wenn demnächst auch der Installateur, Fliesenleger oder Rauchfangkehrer nach Beendigung seiner Arbeit eingesetzte Materialien und benötigte Arbeitszeit eben mal schnell mit seinem BlackBerry erfasst. Dass dadurch Ihre Rechnung um einige Tage früher ins Haus flattert, muss Sie dabei ebenso wenig wundern wie die Professionalität des Handwerksbetriebes Ihres Vertrauens. Schließlich sind mobile Auftragserfassung, integrierte Rechnungslegung und mobile Zeit- und Leistungserfassung für den modernen Klein- bzw. Mittelbetrieb keine unerschwingliche Zukunftsphantasie mehr, sondern reale Optionen individuelle Optimierungspotentiale zu nutzen.

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